Jungverdorben

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Manche Namen deuten interessante Geschichten an. Was genau jemand getan hat, um den Übernamen Jungverdorben verpasst zu kriegen, können wir nicht mit Gewissheit sagen. Aber der sprachwissenschaftlichen Geschichte dieses Familiennamens können wir auf den Grund gehen:

Jung geht auf mhd. junc, ahd. jung zurück. Die altsächsische Form ist ebenfalls jung. Sie alle haben sich aus germ. *junga- ‚jung‘ entwickelt. Verdorben ist das Partizip von verderben. Dieses Verb ist seit mittelhochdeutscher Zeit als verderben, mndd. vorderven, afr. forderva, urderva bezeugt. Es ist vermutlich zu ae. deorfan ‚arbeiten, sich mühen, zugrunde gehen‘ zu stellen. Eine Person, die jungverdorben ist, muss sich also schon in einem frühen Alter durch schlechtes Verhalten oder Erleiden eines oder mehrerer Unglücke ausgezeichnet haben.

Der Familienname Jungverdorben ist selten. Die meisten seiner Träger:innen leben im zentralen Rheinland.

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Ist das schon jungverdorben? | © RDNE Stock project über pexels.com
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Ist das schon jungverdorben? | © RDNE Stock project über pexels.com