Plüschprumm

Text

Die Bezeichnung Plüschprumm setzt sich aus Plüsch und Prumm zusammen. Plüsch erklärt sich hier von selbst: da Pfirsiche eine Art weichen Pelz haben, fühlen sie sich an wie plüschige Textilien. Eine Prumm ist eigentlich eine Pflaume. Übrigens auch im übertragenen Sinne – vor allem alte, mürrische Frauen und Menschen ohne Manieren werden in Teilen des Rheinlands als Prumm, Promme, Prümm, Prömm oder Prümme bezeichnet. Die ähnliche Form von Pflaumen und Pfirsichen, im Falle von gelben Früchten auch die vergleichbare Farbe, dürfte der Grund für die Übertragung des Begriffs sein. Als die Kölner Firma Gaffel ihren Pfirsichlikör Plüschprumm nannte, hatte sie aber wohl nicht die Beleidigung im Kopf, sondern dachte an den lustigen, einprägsamen Klang des Dialektwortes.

Vielen Menschen im Rheinland dürfte Plüschprumm außerdem leichter über die Lippen kommen als das standarddeutsche Wort Pfirsich. Hier gibt es gleich mehrere Stolperfallen: Die Affrikate <pf> wird im Rheinland, genau wie in anderen Gebieten Mittel- und Norddeutschlands, häufig nur als /f/ ausgesprochen; man sagt also Fanne statt Pfanne, und so weiter. Auf eine einheitliche Aussprache des Vokals i in Worten wie Pfirsich wird sich das Rheinland auch nicht so schnell einigen: im Ripuarischen klingt er eher wie ein /ö/ („Försisch“), im Westfälischen ist er eindeutig als langes /i/ zu identifizieren („Fiersich“). Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Das <ch>, der sogenannte ich-Laut, das im Standarddeutschen ein palataler Frikativ ist, wird in weiten Teilen des Rheinlands, vor allem im ripuarischen Sprachgebiet, koronalisiert und klingt dann wie ein /sch/ (wie in schön). Darauf ein Glas Plüschprumm!

Bild
Plakat einer Schnapsflasche mit der Aufschrift "Plüschprumm"
Bildunterschrift
Kann man Plüschpflaumen trinken? Bei Gaffel schon. | © Sarah Puckert, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte